Die Hexe
Jedes Geräusch das durch die kalten und feuchten Gewölbe klang, lies sie erneut zittern. Geräusche bedeuteten in dieser Welt der Schatten und Schreien kommenden Schmerz und Verzweiflung. Sie wälzte sich, von Furcht und Kälte erfüllt auf ihrem Lager aus nassem Stroh zur Wand hin. Es war kalt im Winter des Jahres 1463, aber die Kälte alleine war nicht das schlimmste. Viel schlimmer waren die Demütigungen und die Folter die sie ertragen musste. Es war vier Tage her als die Männer mit den Waffen und die Priester die Türe zu ihrer kleinen Hütte im Wald aufgebrochen und sie unter Schlägen und Tritten nach draußen befördert hatten. Es war einer der ruhigen, besinnlichen Momente – sie saß auf ihren ungeschlachten Möbeln und lauschte dem Wispern des Windes. Hörte zu wie er durch die Bäume brach und um ihre Hütte spielte als sie sie holen kamen. Sie war hilflos als sie ihr Haus anzündeten und sie war immer noch hilflos als sie sie gefesselt vor den hohen Mann brachten. Nun lag sie hier, auf einer dünnen und dreckigen Strohschicht, gedemütigt und gefoltert – ohne Hoffnungen… weiterlesen… »

