Zukunft wird nicht geschenkt, sondern gestaltet

Dank meiner Freundin weiß ich dass ich nicht der Einzige bin, dem es mit dem Internet so geht, aber ich habe offen gestanden den Eindruck dass sich das Netz mehr und mehr zu einem Tummelplatz für Idioten und Psychopathen entwickelt. Ich sage das nicht leichtfertig. Ich bin seit 18 Jahren online, sieht man von ein paar Tagen wegen Umzügen oder Ähnlichem ab.

Damals war es relativ leicht Leute mit den gleichen Interessen zu finden – das Angebot war zwar klein, aber die Leute waren echt. Heute ist alles nur noch Wirtschaft, Pornografie oder aber ein Tummelplatz für Wahnsinnige. Entweder man bekommt die Artikel der bekannten Verlagshäuser schon nahezu aufgezwungen, oder es dreht sich um irgendwelche Dinge die eigentlich gar nicht relevant sind.

Der Witz dabei? Die Verlage beginnen einem nun Werbung aufzuzwingen, weil ihre Artikel ja so oft gelesen werden. Ja verdammt, dann schaltet eure Server ab und verzichtet darauf anderen euren Mist aufzudrücken! Besonders dann wenn Inhalt und Suchanfrage nicht übereinstimmen. Ich jedenfalls habe kein Interesse daran die ersten zehn Seiten bei Google mit Artikeln von Welt, Spiegel und Co. belästigt zu werden bevor ich endlich mal andere Gedanken – Gedanken echter Menschen, und nicht redaktionell und verkaufstechnisch angepasstes Gekrickel zu lesen.

Aber gut, die sind ja auch nur so weit verbreitet weil es genug Leute gibt welche deren Artikel teilen, und damit die Relevanz dieser Seiten steigern. Es ist eben leichter Gedanken zu übernehmen als sich selbst welche zu machen. Kann ich verstehen. Gerade heute wo es an jeder Ecke vorgefertigte Meinungen und Ideen gibt. Ist wie ein Kind im Süßigkeitenladen: Zugreifen! Es ist billig und schmeckt gut, und man muss nicht darüber nachdenken wo es herkommt, oder was es anrichtet.

Ist für jeden was dabei – braune Schokolade, schwarze Lakritze, rote und grüne Grütze, gelbe Lollis … jeder wird hier bedient!

Die Leute scheinen auch immer mehr auszuticken. Es gibt immer mehr Extreme, goldene Mitte? Kompromisse? Mal eine eigene Meinung revidieren? Nein. Wieso? Wenn es nicht gefällt, wird weiter geklickt. Normale Unterhaltungen sind kaum mehr möglich. Weder als Frau noch als Mann. Und sorry, ich gehe nicht ins Internet um mich blöde anmachen zu lassen. Am schlimmsten sind heute die „sozialen Netzwerke“!

Man traut sich ja nicht mehr jemanden in seine Liste einzulassen, da man mittlerweile nicht mehr sicher sein kann was diese Person will. Will sie mir was verkaufen, mich anmachen oder gleich zerstückeln? Naja, wenigstens lassen die meisten Psychos ihre Masken recht schnell fallen. Anderen geht man jahrelang auf den Leim und wundert sich dann wie sich diese Leute drehen können.

Na, was soll es…

Niemand ist auf das Internet wirklich angewiesen. Man kann eigentlich ganz gut ohne den ganzen Mist überlegen, oder man filtert sehr stark. Ich weiß noch wie es damals war, als man sich ganz normal unterhalten konnte. Ein wenig vermisse ich diese Zeit, auch weil sie mir persönlich sehr viel gebracht hatte, aber die ist leider vorbei. Heute ist die blöckende und bedauerlicherweise idiotische Masse im Internet angekommen…

Sie hinterfragt nicht, sie entwickelt nicht, sie lernt nicht – sie konsumiert. Ohne hinzusehen, ohne sich wirklich eigene Gedanken zu machen. Man glaubt man denkt selber, wenn man wieder einen Artikel aus einem der bekannten Zeitungsverlage abnickt, aber man tut es nicht. Für den „Konkurrenten“ gibt es einen ähnlichen Artikel, nur mit vertauschten Rollen. Vielleicht sogar aus der gleichen Verlagsgruppe. Man bedient schließlich Konsumenten, nicht Leser. Und weil es heute auch schon zu schwer ist zu lesen und zu verstehen, lädt man sich noch eine App runter die einen über die relevanten Vorgänge informiert. Aber was ist diese Relevanz?

Muss ich auf jeder Seite Werbung für Mikrofone angezeigt bekommen, nur weil ich auf einer einmal danach gesucht habe? Ist das relevant? Suche ich jetzt jeden Tag nach einem Mikro? Bin ich ein Terrorist weil ich in meiner Facebookliste einen muslimischen Freund habe, oder gleich ein Rechtsradikaler weil einer davon vielleicht die NPD gut findet? Kenne ich die Leute überhaupt wirklich? Eigentlich ja nicht, aber sie werden relevant.

Spätestens dann wenn jemand auf die kommt die vorhandenen Profile einmal dazu zu nutzen Rasterfahndungen durchzuführen. Dann können diese Informationen durchaus relevant werden. Ob sie stimmen oder nicht? Da wird dann im Einzelfall gefragt. Unmöglich? Unvorstellbar? Nicht wirklich, personalisierte Werbung bekommen wir schon, und das sind noch nicht einmal staatliche Stellen, sondern private Unternehmen. Aber solange die Leute nur konsumieren und nicht denken, wird sich daran nichts ändern.

Der Witz bei der Sache ist: Die meisten zahlen noch dafür dass man Daten erhebt und Profile anlegt. Wegen eines vermeintlichen Mehrwertes der eigentlich gar nicht vorhanden ist. Das wäre ungefähr so als hätten sich die Sklaven im alten Rom persönlich bei ihren Unterdrückern gemeldet und sich freiwillig die Sklavenbänder angelegt.

Internet. Ich betrachte das Internet als Spiegel der Gesellschaft. Trotz der ganzen verdammten Werbung wird es in weiten Teilen immer noch durch Menschen gestaltet, und diese Menschen die im Netz teilweise, nein, immer öfter ihren Müll absondern, sind die gleichen die auf unseren Straßen herumlaufen und dort vielleicht den Nächsten falsch-freundlich anlächeln und im Kopf schon was weiß ich mit diesen tun.

Und wenn ich überlege wie diese Leute teils ticken? Sex mit Tieren und Kindern, Fantasien von Gewalt und Brutalität sowie ein ziemlich destruktives Wesen, und es sind mittlerweile keine Ausnahmen mehr!

Und wenn es dass nicht ist, dann werden Religionen, Herkunft, oder politische Ausrichtung dazu genutzt den anderen fertig zu machen – es scheint als ginge es vielen mittlerweile nur noch darum anderen Menschen weh zu tun und diese gezielt in ihrer Würde und Integrität zu verletzen. Nee, Kommunikation und menschliches Miteinander sieht anders aus.

Nimmt man die Schubladen weg, die Deckmäntelchen der Politik, Empörung oder Religiosität, die so gerne getragen werden, was bleibt da von der Menschheit übrig? Im Grunde nur ein prügelnder Haufen Primaten der es gelernt hat seine Gedanken und Vorstellungen über Draht zu vermitteln.

Wie gesagt, dass sind auch Leute die einen auf der Straße freundlich anlachen. Und der Gedanke macht mir persönlich nicht unbedingt Angst, aber er lässt mich doch sehr an der Vernunft der Menschheit zweifeln.

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Randnotizen

Sigmar Gabriel sagt das Sparen keine Jobs schaffe – die Bundesregierung verschwendet als gäbe es kein Morgen, demnach müsste eigentlich jeder in einem extrem gut bezahlten Job sein. Komisch, oder?

— Ingo Jäckels
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